5 Steuertipps zum Jahreswechsel

In weniger als einen Monat heißt es wieder: Happy New Year 2019!

Die Zeit bis dahin sollten Sie nutzen – sich die Frage zu stellen: Wie kann ich jetzt noch Steuern sparen? So viele wie möglich?

Wir haben einige Tipps für Sie:

 

1. Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen richtig planen

Kosten für den Winterdienst, den Schornsteinfeger und die Hausreinigung können gerade im Winter sehr teuer werden. Was die wenigsten wissen: Diese Kosten können Sie steuerlich geltend machen – es handelt sich um haushaltsnahe Dienstleistungen. Diese können Sie in Höhe von 20% pro Jahr, maximal 4.000 Euro, bei der Steuer ansetzen. Auch Handwerkerkosten (Arbeitskosten, keine Materialkosten) werden bei der Steuer berücksichtigt (20%, maximal 1.200 Euro pro Jahr) und direkt von der Einkommensteuer abgezogen.

 

2. Krankenversicherungsbeiträge vorziehen

Wenn Sie privat krankenversichert sind, haben Sie unter Umständen eine echte Steuersparmöglichkeit: Die Basisbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können Sie vorziehen, und zwar für die kommenden zweieinhalb Jahre.

Vorteil: Sie können andere Vorsorgeaufwendungen im kommenden Jahr ansetzen, die sonst nicht berücksichtigt worden wären. Vorsorgeaufwendungen werden nämlich bis zu 1.900 Euro (Arbeitnehmer) bzw. 2.800 Euro (Selbstständige) berücksichtigt. Dazu zählen aber neben der Krankenversicherung z.B. auch Haftpflicht-, Arbeitslosen-, Unfall- und Risikolebensversicherung.

Beispiel: Sie sind Arbeitnehmer und haben in 2019 Krankenversicherungsbeiträge von 2.400 Euro. Damit dürfen Sie in 2019 keine weiteren Vorsorgeaufwendungen. Es sei denn Sie zahlen diese schon in 2018 – denn dann dürfen Sie die Kosten für die oben genannten Versicherungen zur Hälfte noch in 2019 ansetzen. Klären Sie aber im Vorhinein ab, ob Ihre Krankenversicherung die Vorauszahlung akzeptiert.

 

3. Betriebsausgaben verschieben

Als Unternehmer können Sie durch eine Gewinnprognose feststellen, ob Sie bestimmte Fremdarbeiten besser jetzt oder erst im kommenden Jahr durchführen sollten. Wird der Gewinn nämlich voraussichtlich in 2019 höher ausfallen, sollten Sie die Betriebsausgaben auf das kommende Jahr verschieben. Wird er dagegen sinken, ist die Dienstleistung zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoller.

Beispiel: Sie möchten Ihre Büroräume renovieren lassen. Sind Ihre Gewinne in 2019 voraussichtlich höher, lohnt es sich, die Renovierung auf 2019 zu verschieben. Denn durch die Steuerprogression sind auf höhere Gewinne mehr Steuern zu zahlen. Deshalb lohnt es sich, höhere Gewinne auch durch Betriebsausgaben zu senken, um hier Steuern zu sparen. Ausnahme: Bei Kapitalgesellschaften spielt der Zeitpunkt keine Rolle, da der Gewerbesteuersatz und der Körperschaftsteuersatz immer gleich hoch sind.

Achtung: Wenn Sie Einnahmen-Überschuss-Rechner sind, kommt es auf den Zeitpunkt der Zahlung an. Sie sollten also beim Vorziehen von Anschaffungen darauf achten, dass Sie dann auch in 2018 bezahlen. Beim Bilanzierer hingegen kommt es auf den Leistungszeitpunkt an: Erfolgt die Zahlung erst im Januar 2019, handelt es sich um eine Verbindlichkeit in 2018, mit der Sie den Gewinn mindern können.

 

4. Lohnsteuerfreibeträge für 2019 beantragen

In 2019 mehr netto ausgezahlt bekommen – das klingt doch super!

Wenn Sie jetzt schon wissen, dass Sie berufliche Fortbildungen haben und einen längeren Weg zur Arbeit haben werden, lohnt es sich einmal durchzurechnen: Denn wer jetzt schon weiß, dass er am Ende des Jahres eine Steuererstattung zu erwarten hat, kann sich bereits im Vorhinein einen Lohnsteuerfreibetrag beim Finanzamt eintragen lassen. Damit wird die Lohnsteuervorauszahlung, die der Arbeitgeber monatlich vom Arbeitnehmer einbehält und an das Finanzamt zahlt, angepasst.

Voraussetzung für den Lohnsteuerfreibetrag ist, dass Sie Ausgaben von mehr als 600 Euro im Jahr haben. Den Lohnsteuerfreibetrag beantragen Sie mit dem „Antrag auf Lohnsteuermäßigung“ im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung.

 

5. Steuererklärung für 2014 einreichen

Wer nicht verpflichtet ist, eine Steuererklärung einzureichen, kann das trotzdem tun. Zu dieser Gruppe der sog. Antragsveranlager zählen Sie als „normaler Arbeitnehmer“. Pflichtveranlager hingegen sind Arbeitnehmer in den folgenden Fällen:

→ Einkünfte von mehreren Arbeitgebern
→ Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosen- oder Elterngeld) über 410 Euro
→ Eheleute mit Faktorverfahren
→ Nebeneinkünfte über 410 Euro
→ Eheleute ohne Zusammenveranlagung
→ Freibetrag beim Lohnsteuerabzug
→ Spezielle Fälle von Sonderzahlungen
→ Ehe geschieden und neue Ehe im selben Jahr
→ Ehepartner im AU-Ausland, auf der Lohnsteuerkarte
→ Wohnsitz im Ausland, Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht

Als Antragsveranlagung können Sie die Steuererklärung noch rückwirkend für vier Jahre einreichen – das heißt Sie haben für die Steuererklärung 2014 noch bis zum 31.12.2018 Zeit. Das lohnt sich oftmals, zum Beispiel, wenn Ihre Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegen oder Sie Handwerkerleistungen hatten. Prüfen Sie deshalb besser gestern als heute, ob sich eine Steuererklärung 2014 für Sie lohnt.