Steuertipps für Familien, 4 einfache Wege um Lohnsteuer zu sparen

Diesen Monat für Sie entworfen:

Anja Geigl
Steuerberaterin
Fachberaterin für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierte Wirtschaftsmediatorin
Managing Partner
anja.geigl@dr-schauer.de

 


Die besten Steuertipps für Familien

Kindergeld:

Kindergeld wird monatlich an die Eltern ausgezahlt – von der Geburt des Kindes an bis zur Vollendung des 18. Geburtstags. Ausnahmsweise gibt es Verlängerungen bis zum 25. Lebensjahr für Kinder in Ausbildung und darüber hinaus für Kinder mit Behinderung. Gleich nach der Geburt sollten Eltern das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Für das Jahr 2018 gibt es für das erste und zweite Kind 194 Euro. Dieser Betrag steigt ab Juli 2019 auf 204 Euro monatlich.
Die Bundesregierung hat das Kindergeld und Kinderfreibeträge in mehreren Schritten angehoben. (siehe Tabelle)

Die größte Ausgabensteigerung hat im Bereich der Kindertagesbetreuung stattgefunden. Hinzu kommen das Elterngeld sowie das ElterngeldPlus. Auch mit dem neuen Baukindergeld hat die Union eines ihrer Wahlversprechen eingelöst. Wer von den eigenen vier Wänden träumt, kann mit einem Kind insgesamt 12.000 Euro Förderung über zehn Jahre erhalten, wer vier Kinder hat, sogar 48.000 Euro. Die meisten staatlichen Leistungen sichern sich Eltern, wenn sie die Steuererklärung mitsamt der Anlage Kind beim Finanzamt einreichen. Andere Anträge sind bei der Familienkasse (Kindergeld) sowie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) (www.kfz.de/info-zuschussportal) (Baukindergeld) zu stellen.

Betreuungskosten:

Familien setzen Kinderbetreuungskosten steuerlich ab. Für jedes Kind gibt es bis zur Vollendung des 14. Lebensjahrs einen Steuerabzug bis zu 6.000 Euro. Der Fiskus erkennt zwei Drittel der Aufwendungen an – maximal 4.000 Euro. Begünstigt sind Kosten für die Unterbringung des Kindes in Kindergärten, -tagesstätten, -horten, -krippen oder bei Tagesmüttern, Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern. Auch Aufwendungen für die Beaufsichtigung der häuslichen Schularbeiten sowie die Ganztagsbetreuung in der Schule werden anerkannt. Nicht abziehbar sind die Kosten für die Verpflegung und den Transport des Kindes, für Unterricht (Nachhilfe, Fremdsprache) und die Förderung besonderer Fähigkeiten (Musik, Sport, Computerkurs).
Betreuen Oma, Opa oder Tante das Kind gegen Bezahlung, können auch diese Kosten absetzbar sein. Der Fiskus verlangt hierfür eindeutige Vereinbarungen, die einem Fremdvergleich standhalten. Können die Eltern Arbeitsverträge, Rechnungen und Überweisungen vorlegen, akzeptiert das Finanzamt die Betreuungskosten.
Wichtig: Lebt der betreuende Angehörige allerdings dauerhaft im selben Haushalt, streicht der Beamte den Abzug. Eltern müssen die Ausgaben für Kinderbetreuungskosten nachweisen – per Rechnung über die Kosten und mit Bankbeleg für die Zahlung per Überweisung. Verlangt der Angehörige keinen Lohn für die Betreuung, sind zumindest die Fahrtkosten absetzbar.

Elterngeld:

Um Familie und Beruf optimal unter einen Hut zu bringen, können Eltern zwischen Elterngeld (Basiselterngeld) und ElterngeldPlus wählen oder beides miteinander kombinieren.
Für Kinder, die ab dem 01. Juli 2015 geboren sind, haben berufstätige Eltern die Möglichkeit, ElterngeldPlus zu beantragen. Damit wird es einfacher, Elterngeld und Teilzeitarbeit zu kombinieren. Der Arbeitgeber muss nicht zustimmen, er muss aber drei Monate (13 Wochen) vorher informiert werden.

ElterngeldPlus:

Wollen Eltern nach der Geburt schnell wieder in den Beruf zurückkehren, aber erst mal nur Teilzeit arbeiten, können sie sich für das ElterngeldPlus entscheiden.
Das ElterngeldPlus wird für maximal 28 Monate gewährt – das Elterngeld gibt es maximal 14 Monate. An der Summe des Elterngelds ändert sich allerdings nichts. Die Auszahlungsleistung des ElterngeldPlus wird halbiert, zieht sich dafür aber über den doppelten Zeitraum hin. Der Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit lassen sich aber beliebig kombinieren und den individuellen Vorstellungen der Partner anpassen. Arbeiten beide gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden in Teilzeit, können sie zudem vom Partnerschaftsbonus profitieren.

Baukindergeld:

Seit dem 18. September 2018 können Eltern, die erstmalig im Zeitraum vom 01.01.2018 bis Ende 2020 gemeinsam ein Haus bauen oder eine Immobilie kaufen, einen Antrag auf Baukindergeld bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellen.
Als Förderung gibt es über zehn Jahre für Eltern mit Kindern pro Kind und Jahr 1200 Euro – in Summe also 12 000 Euro pro Kind, wenn die Immobilie selbst genutzt wird. Die Beiträge werden jährlich ausgezahlt. Voraussetzung ist zudem, dass das zu versteuernde Einkommen der Familie nicht höher als 75 000 Euro ist. Diesem Betrag wird noch ein „Gehaltsbonus“ von 15 000 Euro pro Kind hinzugerechnet. Die Antragsstellung muss im Regelfall innerhalb von drei Monaten nach dem Einzug erfolgen. Familien haben allerdings keinen Rechtsanspruch auf den Zuschuss. Es gilt das sog. Windhundprinzip: Wer zuerst kommt, malt zuerst.

 

4 einfache Wege, um Lohnsteuer zu sparen: So bleibt mehr Netto übrig

Steuerlast führt dazu, dass von Gehalt oder Lohn weniger übrig bleibt. Arbeitnehmer haben jedoch zahlreiche Möglichkeiten, um Lohnsteuer zu sparen und damit ein höheres Nettoeinkommen herauszuholen. Erfahren Sie hier, mit welchen Methoden Sie Lohnsteuer sparen können.

Weg 1: Lohnsteuer sparen durch Gehaltsumwandlung

Als Arbeitnehmer können Sie Lohnsteuer sparen, indem Sie mittels Gehaltsumwandlung einen Teil Ihres Bruttogehalts für eine freiwillige Zusatzrente aufwenden. Seit dem Jahr 2002 ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, eine solche Entgeltumwandlung zu ermöglichen, wobei er den Vertrag der Altersvorsorge bestimmt. Meist handelt es sich um eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Direktversicherung, die als Lebens- oder Rentenversicherung ausgewiesen ist. Im Rahmen der Gehaltsumwandlung können Sie bis zu 260 Euro im Monat (3.120 Euro jährlich) für die Altersvorsorge investieren, ohne Steuerbeiträge oder Sozialabgaben zu entrichten. Eine solche Entgeltumwandlung lohnt sich, wenn der Arbeitgeber Zuschüsse von mindestens 20 Prozent gewährt.

Weg 2: Steuererklärung machen und Lohnsteuer sparen

Viele Arbeitnehmer können Lohnsteuer sparen, indem sie freiwillig eine Steuererklärung machen. Dies lohnt sich dann, wenn die beruflich bedingten Kosten (Werbungskosten) die 1.000-Euro-Grenze überschreiten. In die Gruppe der Werbungskosten fallen beispielsweise
• Fahrtkosten
• Ausgaben für ein reines Arbeitszimmer in Wohnung oder Haus
• Kosten für die Weiterbildung, die der Arbeitgeber nicht erstattet hat
• Ausgaben für spezielle Berufskleidung wie Arztkittel und Monteuranzüge
• Kosten für Arbeitsmittel (zum Beispiel Fachbücher)
• Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung
• Bewerbungskosten
Ein Abzug dieser Werbungskosten setzt voraus, dass die Ausgaben berufsbedingt angefallen sind. Es sollte daher eine berufliche Notwendigkeit vorliegen.

Weg 3: Bonus für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen nutzen

Wenn Sie Handwerkerleistungen beansprucht oder haushaltsnahe Dienstleistungen genutzt haben, können Sie einen Teil der Einkommenssteuer sparen. Diese Kosten sind zu einem Fünftel direkt von der Steuer abzugsfähig, was den Anteil der Lohn-, Fahrt- und Maschinenaufwendungen betrifft. Der Materialaufwand ist ausgenommen. Mit diesem Bonus für Handwerkerleistungen können Sie Steuerersparnisse von bis zu 1.200 Euro jährlich (= 20 Prozent von 6.000 Euro) erzielen. Das Finanzamt verlangt eine Rechnung und eine bargeldlose Zahlung.
Zusätzlich sind die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen mit einem Beitrag von bis zu 4.000 Euro abzugsfähig. Die Kosten für eine geringfügig beschäftigte Haushaltshilfe können die Steuerlast um bis zu 510 Euro mindern.

Weg 4: Kirchensteuer und Spenden als Sonderausgaben abziehen

Wenn Sie von Ihrem Lohn Kirchensteuer abführen, mindern diese Beiträge als Sonderausgaben Ihre Steuerlast. Außerdem können Sie Steuern sparen, indem Sie Spenden für gemeinnützige und wohltätige Einrichtungen erbringen. Das Finanzamt akzeptiert einen Abzugsbetrag von bis zu 20 Prozent Ihrer gesamten Einkünfte.