Die Grundsteuerreform 2022 kommt – auch Sie sind gesetzlich verpflichtet

Jan 19, 2022 | Steuerberatung, Wirtschaftsberatung

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Deutschland müssen rund 36 Millionen Grundstücke sowie land- und forstwirtschaftliche Betriebe neu bewertet werden, nachdem Bundestag und Bundesrat 2019 eine Grundsteuerreform verabschiedeten. Das Bundesverfassungsgericht forderte diese Neuregelung, da der bislang von den Finanzämtern berechnete Wert der Grundstücke und Gebäude auf veralteten Zahlen beruhte und immer noch beruht.

Für jedes Grundstück und jeden Betrieb der Land- und Forstwirtschaft müssen Eigentümerinnen und Eigentümer 2022 eine Feststellungserklärung bei der Finanzverwaltung in elektronischer Form abgeben. Hierzu werden die Eigentümerinnen und Eigentümer von der Finanzverwaltung, vermutlich im Zeitraum April bis Juni 2022, aufgefordert werden. Etliche Bundesländer werden das voraussichtlich in Form einer Allgemeinverfügung vornehmen. Die Feststellungserklärung ist anschließend, voraussichtlich im Zeitfenster zwischen dem 01.07. bis zum 31.10.2022, elektronisch bei der Finanzverwaltung, in dessen Zuständigkeitsbereich sich das Grundstück befindet, einzureichen.

Als Basis für die Neubewertung werden die Wertverhältnisse vom 1. Januar 2022 zugrunde gelegt. Da die Finanzverwaltungen für die Neubewertung aller Grundstücke mehrere Jahre Zeit benötigen, werden die neuen Werte zur Berechnung der Grundsteuer erst ab dem Jahr 2025 herangezogen. Eine Länderöffnungsklausel ermöglicht den Bundesländern, statt des Bundesrechts eigene Länderlösungen zu beschließen und anzuwenden. Davon haben mehrere Bundesländer inzwischen bereits Gebrauch gemacht.  

Als Eigentümer eines (privat genutzten/betrieblichen/landwirtschaftlichen/
forstwirtschaftlichen) Grundstückes sind Sie unmittelbar betroffen und gesetzlich verpflichtet am Neubewertungsverfahren teilzunehmen. Hierzu sind einige Vorbereitungen zu treffen.

Nach derzeitigem Stand müssen die nachfolgenden Daten für die Ermittlung des Grundsteuerwertes bereitgestellt werden:
🔸Angaben zur Lage wie Gemarktung, Flur und Flurstück
🔸Grundstücksart, z.B. bebautes oder unbebautes Grundstück
🔸Der/ Die Eigentümer
🔸Angaben zur Fläche, z.B. Grundstücksfläche, Wohnfläche, sonstige Flächen

Diese Daten sind in der Regel in folgenden Unterlagen zu finden:
🔸Grundbuchauszug
🔸 Flurkarten
🔸 Einheitswertbescheiden aus früheren Jahren

Nach heutigem Stand liegt die einzureichende Feststellungserklärung noch nicht vor. Ebenso die detailliert einzureichenden Informationen je nach Bundesland.

Als Ihr Berater in allen steuerrechtlichen Belangen, unterstützen wir Sie gerne und beraten Sie zum Neubewertungsverfahren individuell. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der derzeitigen offenen Punkte seitens des Gesetzgebers noch keine verbindliche Beratung geben können. Wir bündeln in den nächsten Wochen Ihre Anfragen und werden Ende März 2022 mit den dann vorliegenden Informationen erneut auf Sie zukommen und Ihnen zusätzlich mit einem Webinar zur Seite stehen. Vorab können Sie aber die o.g. Daten aus Ihren Unterlagen parat legen.
 
Gerne stehen wir Ihnen jederzeit für weitergehende Fragen zu diesem Thema zur Verfügung, wenden Sie sich hierfür gerne und jederzeit an uns! Über unsere Zentrale,
Tel. 08841 – 676970 wird Ihr Anliegen direkt an unsere Expertinnen und Experten weitergegeben. 

Sprechen Sie uns gerne an und – bleiben Sie gesund!
 
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